Posts Tagged ‘Digitalisierung’

Computer statt Lesesaal – CCS digitalisiert die British Library

Tuesday, June 17th, 2008

Quelle: DW-WORLD

Das Wissen der Welt wird immer noch in Büchern aufbewahrt. Die digitale Revolution hat bisher nur einen Bruchteil dessen erfasst, was Autoren durch die Jahrhunderte zu Papier brachten. Ausgerechnet die altehrwürdige British Library in London möchte das nun ändern - und das aus konservatorischen Gründen.

Gerade den ältesten und wertvollsten Büchern droht der Zerfall. Lesen, geschweige denn ausleihen, darf sie darum schon lange niemand mehr. Digitalisierung soll das Problem lösen und den Inhalt der historischen Bücher zudem online verfügbar machen. Die Hamburger Hightech-Firma CCS erhielt den Zuschlag, in den nächsten zwei Jahren unglaubliche 25 Millionen Buchseiten aus den Beständen der British Library digital zu erfassen und sie - in Zusammenarbeit mit US-Softwarekonzern Microsoft – im Internet zu veröffentlichen. Inzwischen läuft im Herzen der Londoner Bibliothek - Tag und Nacht - eine Batterie unterschiedlicher Hochleistungsscanner. MiG-Reporter Patrick Benning beobachtete die “Content Conversion Specialists” bei Ihrer ebenso filigranen wie spektakulären Arbeit.

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1,5 Millionen privat gescannte Seiten und Hightech Scanner

Saturday, January 12th, 2008

Es gibt doch tatsächlich Menschen, die Sich eine private digitale Bibliothek anlegen.

Die Digitalisierung der Schrift - das Todesurteil für das Buch?

Ein recht interessanter Bericht von Euronews.

MA HSH- ab 15.Januar 2008

Tuesday, December 18th, 2007

Der stellvertretende Direktor Wolfgang Bauchrowitz beendete offiziell die neunmonatige Interimsphase, auch nach der Fusion hatten die Mitarbeiter der Hamburgischen Anstalt für neue Medien (HAM) und der Unabhängigen Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien (ULR) aus Kiel noch in zwei Dienststellen gearbeitet. Die neu entstandene Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein - kurz MA HSH - hat nun endlich auch eine gemeinsame Adresse: Rathausallee 72-76.

“Norderstedt ist zwar nicht das Zentrum der Medienwelt. Unser Erfolg ist aber nicht vom Standort abhängig, sondern von unserer Kompetenz”, betonte der zukünftige Direktor der MA HSH, Thomas Fuchs, der am 15. Januar offiziell seine Arbeit aufnimmt. Der 42 Jahre alte Jurist aus Hamburg hat Erfahrung mit Medienpolitik und Medienwirtschaft, ist noch Abteilungsleiter in der Hamburger Kulturbehörde. Sein wichtigstes Ziel sieht er darin, “die MA HSH zu einer Stimme der norddeutschen Medienpolitik zu machen und als Zwei-Länder-Anstalt eine gewichtigere Rolle im Kreis der Landesmedienanstalten zu spielen”. Wohl wissend, dass Medienpolitik im Zeitalter von Digitalisierung und Internet immer häufiger überregional geregelt wird.

Doch Fuchs will auch regional einiges bewegen: “Wir müssen den Anspruch haben, erster Ansprechpartner für norddeutsche Medienunternehmer zu sein, für neue Geschäftsmodelle, neue Ideen der Medienwirtschaft.” Da die MA HSH keine Mittel für die Ansiedlung von Firmen habe, brauche sie die kluge Vernetzung mit Wirtschaftsförderern. Fuchs kennt die Branche, die seit der Digitalisierung im Umbruch ist. Mit Geld kann der jüngste Direktor, der je eine Landesmedienanstalt leitete, jedenfalls nicht locken: Die gemeinsame Anstalt hat einen Jahresetat von 2,8 Millionen Euro, das sind knapp zwei Drittel der bisherigen Etats in Hamburg und Kiel.

CCS- nicht nur in Deutschland

Tuesday, December 18th, 2007

Die Hamburger Softwarefirma CCS hat einen Großauftrag zur Digitalisierung alter Bücher in der British Library, der Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs und einer der größten Bibliotheken der Welt, übernommen. Sponsor und Auftraggeber ist der Softwaregigant Microsoft. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 2,5 Millionen Euro. Das Hamburger Unternehmen hat sich gegen eine Reihe von Bewerbern durchgesetzt.

Zwölf CCS-Mitarbeiter haben ihren Arbeitsplatz von der Elbe an die Themse verlagert. Vor Ort wird ein Digitalisierungsstudio aufgebaut. “Unsere Technologie hat einen so hohen Grad an Automatisierung, dass wir nicht mehr Leute benötigen”, sagte CCS-Geschäftsführer Richard Helle. Bis Ende 2009 sollen 100 000 Bücher aus dem 19. Jahrhundert elektronisch eingelesen werden. Pro Monat müssen deshalb mehr als eine Million Seiten aufwendig digitalisiert werden.

Die Anforderungen seien hoch gewesen, so Helle. Zum einen müsse die Erfassung der Bücher schonend und effizient erfolgen. Außerdem lege Bibliotheksdirektor Richard Boldeston großen Wert darauf, dass die Lesbarkeit der Daten langfristig gesichert sei. Bibliotheken seien die anspruchsvollsten Kunden, weiß Helle aus Erfahrung, denn für sie käme es darauf an, dass alle Informationen, die heute digitalisiert werden, auch in einem halben Jahrhundert noch lesbar sind.

Bei der Speicherung der kostbaren Bücher auf Festplatte entsteht auch jedes Mal eine neue Druckvorlage. “Damit können Sie Bücher von 1800 neu verlegen”, sagt Daniel Lanz, der CCS-Projektleiter in London. Neugierige brauchen aber nicht darauf zu warten, denn alle digitalisierten Bücher werden im Internet zur Verfügung gestellt.

Für das Unternehmen von der Uhlenhorst ist die prestigeträchtige Arbeit für die British Library nicht der erste Großauftrag einer Nationalbibliothek. In Norwegen stattete CCS die Nationalbibliothek in Oslo mit den notwendigen Geräten und Programmen für die Digitalisierung von mehr als 172 Millionen Seiten aus. “Alles, was in Norwegen jemals veröffentlicht wurde, wird erfasst”, sagt Helle. Rund 15 Jahre werde es dauern, den gesamten Bestand zu scannen und zu digitalisieren.

Ähnliche Aufträge wurden CCS aus Finnland, Singapur und Neuseeland erteilt. Und für die Bibliothek des US-Kongresses, eine der größten der Welt, ist CCS an einem Projekt beteiligt, in dem alle jemals in den USA erschienenen Zeitungen digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Auch die Bibliotheken der US-Universitäten Stanford und Harvard sowie die Michigan State University arbeiten mit CCS-Technologie aus Hamburg. In Deutschland sind es etwa die Universitäten in Göttingen und Hannover.

Heute ist das Geschäft mit der Digitalisierung von Daten für CCS ebenso wichtig wie der Umsatz mit Pressespiegeln und Mediendokumentation, dem zweiten Standbein. Die Bundesregierung, Volkswagen, Hapag-Lloyd oder EADS nutzen die spezielle CCS-Software. In den vergangenen beiden Jahren sei der Umsatz wegen des neuen Geschäftsfelds jeweils um rund 40 Prozent gewachsen. Der Umsatz liege heute im mittleren einstelligen Millionenbereich und solle in zwei Jahren zweistellig sein, nennt der CCS-Chef Zahlen und Ziele.

Von den 260 Mitarbeitern sind rund 160 in Indien mit der Qualitätssicherung der eingelesenen Daten beschäftigt. In Rumänien arbeiten weitere 50 Mitarbeiter. In Hamburg sind Entwicklung, Projektmanagement und Marketing untergebracht.

Weniger als zehn Firmen seien weltweit in der Lage, die Dienstleistung zu bieten, für die CCS spezialisiert ist, sagte Helle. Er rechnet mit einem steigenden Auftragsvolumen, denn die Digitalisierung sei gegenüber dem Mikrofilm wettbewerbsfähig, weil der elektronische Speicherplatz billiger geworden sei.

Die Schweiz vor der digitalen Amnesie?

Tuesday, December 18th, 2007

In der Schweiz verläuft die Digitalisierung historischer Quellen unkoordiniert, und die langfristige Aufbewahrung der Daten ist nicht gesichert. Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) fordert den Bund zum Handeln auf

 

uha. Der schöne Schein der digitalen Welt schmückt mittlerweile den Alltag mit Texten, Bildern und Tönen so selbstverständlich, dass man sich kaum mehr an die Zeit davor erinnern kann. Die Digitalisierung kann jedoch zu Erinnerungslücken führen. Besonders besorgniserregend sind die Verluste, die durch kurzfristig ausgerichtete und unkoordiniert verlaufende Digitalisierungsaktivitäten verursacht werden. An der in Bern durchgeführten Herbsttagung der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) konstatierte Mirta Olgiati vom Institut für Verwaltungsstudien (IDHEAP), Mitverfasserin eines Berichts zu den Mängeln der nationalen Erinnerungspolitik, dass die einschlägigen Akteure – Museen, Archive und Bibliotheken – keine gemeinsame Vision verfolgten. Vielmehr suchten sie nach je eigenen Lösungen. Dies führe im Zeitalter des «Informationsexzesses» paradoxerweise zu einem «Gedächtnisverlust».

Quelle:NZZ